Bildungs- und Erziehungsprozesse
"Pädagogische Bezugspersonen können mit Kindern Wissen ko-konstruieren, indem sie die Erforschung von Bedeutung stärker betonen als den Erwerb von Fakten."
BEP, S. 89
Zum einen besteht die moderierende Aufgabe von uns Fach- und Lehrkräften darin, die Kinder durch Hinweise, Fragen und Materialien zu befähigen, selbst die Lösung zu finden und sich so aktiv weiterzuentwickeln (Scaffolding). Dabei setzen wir immer an den Stärken des Kindes an. Zum anderen erforschen wir gemeinsam mit den Kindern die Bedeutung von den Dingen: Was ist das? Wie kann man es beschreiben? Ist das immer so? Wo kommt es überall vor? Kann man es auf andere Dinge/Situationen übertragen? Was hat das mit mir und meinem Leben zu tun? Durch Vergleiche, Verallgemeinerungen, Analysieren und Diskussionen gelangen wir zu einem tieferen Verständnis eines Lerngegenstands. Das schafft vielfältige Sprachanlässe und fördert ko-konstruktives Lernen, abstraktes Denken sowie die Problemlösefähigkeiten und das ist viel wirkungsvoller als die bloße Vermittlung von Fakten.
Beispiel
Die Kinder dokumentieren in der Kita ihre Ideen und Erfolge in ihrem Portfolio und in der Grundschule z.B. in Lerntagebüchern. Sie machen ihre Fortschritte sichtbar, teilen ihre Ideen mit anderen und lernen voneinander. Sie haben beim Lernen eine aktive Rolle.
Haben wir als Fach- und Lehrkräfte das gleiche Verständnis von Bildung, können Kinder ihre Lernprozesse kontinuierlich fortsetzen. Die Ideen, Fragen und Theorien der Kinder können jederzeit im pädagogischen Alltag für Bildungs- und Erziehungsprozesse und die Stärkung der Basiskompetenzen genutzt werden. Über Beobachtung und Dokumentation erfahren wir, wo das einzelne Kind steht, und können es gezielt unterstützen.
Weiterlesen
- BEP, S. 89 - 93
- U3-Handreichung, S. 13 - 15
- QSV-Handreichung, ab S. 53
Videos zum Thema
folgt
BEP-Lupen
Folgende BEP-Lupen könnten für die Auseinandersetzung mit Ko-Konstruktion hilfreich sein. Ko-Konstruktion gehört zu den Grundsätzen und Prinzipien des BEP und spielt bei allen Bildungs- und Erziehungsprozessen eine fundamentale Rolle. Daher bildet die Ko-Konstruktion auch in allen anderen BEP-Lupen, die hier nicht aufgeführt sind, eine der Grundlagen.
Da die Themen und auch damit die Grundsätze und Prinzipien des BEP alle ineinandergreifen, tauchen die BEP-Lupen mehrmals unter verschiedenen Themen auf. Es kommen immer wieder neue BEP-Lupen dazu! Schauen Sie also gerne öfter hier vorbei.
- Alltagskompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Beziehungsvolle Pflege im Fokus (QSV-BEP-Lupe)
- Bildungssprachliche Lernprozesse von Kindern anregen (BEP-Fortbildungslupe)
- Bildungssprachliche Lernprozesse: Sprachvorbild sein (BEP-Fortbildungslupe)
- Entdecken, Forschen, Experimentieren (BEP-Fortbildungslupe)
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Emotionale Unterstützung – positives Klima (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Kinder mit Fluchterfahrung (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Lernunterstützung (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Organisation der Lernumgebung (BEP-Fortbildungslupe)
- Lernprozesse (BEP-Fortbildungslupe)
- Raumgestaltung für die Jüngsten (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Spielkompetenz entfalten - von Anfang an (BEP-Fortbildungslupe)
- Sprach- und Literacykompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Vielfalt leben! Entwicklungsangemessen unterstützen (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Beobachten als Impulsgeber für das päd. Konzept (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Beobachten als Impulsgeber für die Entwicklung des Kindes (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Grundsätze der Dokumentation (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Lerngeschichten (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Portfolio und Lerngeschichten (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Reflexion des vorhandenen Beobachtungskonzepts (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Voraussetzung für gelingende Beobachtung (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Zusammenarbeit mit Familien (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation – Beobachten als Impulsgeber für die Selbstreflexion (BEP-Fortbildungslupe)
- Dokumentation in der Schule - Learning story und Lernidentität (BEP-Fortbildungslupe)
- Dokumentation in der Schule - Ressourcenorientierter Blick in der Portfoliopraxis (BEP-Fortbildungslupe)
- Dokumentation in der Schule – Dokumentation im schulischen Förderunterricht (DAZ) (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- alle neun BEP-Fortbildungslupen zum Thema Beobachtung und Dokumentation
- alle vier BEP-Fortbildungslupen zum Thema Beobachtung und Dokumentation in der Schule
- Beobachten und Dokumentieren (QSV-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Ko-Konstruktion (IFP-BEP-Lupe)
- Ko-Konstruktion (QSV-BEP-Lupe)
- Kreativität - Möglichkeit der ko-konstruktiven Problemlösung (BEP-Fortbildungslupe)
- Medienbildung - Ko-Konstruktion (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Spielkompetenz entfalten - von Anfang an (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
Sie fragen sich, was BEP-Lupen sind? Und welche es gibt?
Informationen zu den BEP-Lupen und viele weitere BEP-Lupen finden Sie hier.
Passende BEP-Impulse für die Schule
BEP-ABC
Bei den aufgeführten Begriffen wird auch auf den BEP und seine Handreichungen verwiesen. Im BEP greifen jedoch alle Grundsätze und Prinzipien ineinander, daher sind diese Verweise als Beispiele zu verstehen. Im BEP-ABC können Sie alle ausgewählten wichtige Begriffe des BEP und der BEP-Handreichungen nachlesen.
Bei einem Übergang in eine neue Bildungseinrichtung, z.B. von der Kita in die Grundschule, muss sich ein Kind neu orientieren, denn die Tagesabläufe und das, was von dem Kind erwartet wird, unterscheiden sich in den Bildungsorten stark voneinander. Wenn das Kind in der Schule eine aktive Rolle hat, gemeinsam Lerninhalte erforscht werden und auch ko-konstruktiv gearbeitet wird, erkennt es diese Herangehensweisen aus der Kita wieder. Dem Kind wird ermöglicht, seine vorherigen Bildungsprozesse weiterzuführen. Die Anschlussfähigkeit in den Bildungsprozessen meint diese Fortführung der Bildungsprozesse. Konsistenz in den Grundlagen, Konsistenz in den Bildungs- und Erziehungszielen und Konsistenz im Bildungsverlauf und in der Bildungsorganisation beschreiben im BEP die gemeinsamen Grundlagen für das gesamte pädagogische Handeln in allen Bildungsorten, um die Anschlussfähigkeit in den Bildungsprozessen zu erreichen. Kooperationen zwischen den Bildungsorten tragen entscheidend zu einer anschlussfähigen Bildung bei. Lehrkräfte können dadurch auch an das Vorwissen der Kinder und an die Themen in der Kita anknüpfen.
Konsistenz in den Grundlagen, Konsistenz in den Bildungs- und Erziehungszielen und Konsistenz im Bildungsverlauf und in der Bildungsorganisation – Konsistenz bedeutet im BEP, dass wir in allen Bildungsorten dieselben Überzeugungen haben, wie Kinder in ihren Kompetenzen gestärkt werden und wie Lernen am besten funktioniert. Diese Konsistenz führt dazu, dass wir trotz der Unterschiede in beispielsweise Krippe/Kita und der Schule alle zusammen an einem Strang ziehen und eine anschlussfähige Bildung ermöglichen. (BEP, u.a. S. 12 – 15)
Ein Lernprozess beschreibt den Weg und das, was bis zum gesetzten Ziel auf diesem Weg gelernt wird. Je nachdem, was gelernt wird, kann ein Lernprozess eine kurze Zeit oder mehrere Jahre dauern. Dabei sind auch mehrere kleine Lernprozesse und Ziele enthalten. (Siehe auch Kapitel zum Thema Bildungs- und Erziehungsprozesse sowie die kurze Erläuterung dazu im BEP-ABC)
Damit ist die Begleitung der Bildungsprozesse der Kinder gemeint. Die Basis für diese Begleitung sind die Ko-Konstruktion und das Bilden einer Lernenden Gemeinschaft. Dazu müssen wir aufmerksam für die Ideen, Fragen, Bedürfnisse und Stärken der Kinder sein und daran ansetzen. Über das Philosophieren mit Kindern und gezielte Hilfestellungen (Scaffolding) unterstützen wir die Kinder, Zusammenhänge zu verstehen, und stärken ihr problemlösendes Verhalten. (BEP, ab S. 89)
„Scaffolding bezeichnet eine vorübergehende Hilfestellung und Lenkung, die dem Alter, dem jeweiligen Entwicklungsstand und dem Erfahrungshorizont des Kindes angemessen sind.“ (BEP, S. 92) Was kann das Kind schon? Was sind seine Stärken? Über Hinweise, gezielte Fragen oder auch Materialien können wir die Kinder darin unterstützen, selbst die Lösung zu finden und sich so aktiv immer einen Schritt weiterzuentwickeln. Dieser Schritt in die nächste Stufe der Weiterentwicklung wird als „Zone der nächsten Entwicklung“ bezeichnet.