Vielfalt
"Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan geht mit besonderer Sensibilität auf Unterschiede zwischen den Kindern ein. […] Vielfalt wird als Chance gesehen, der es mit hoher Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu begegnen gilt."
U3-Handreichung, S. 14
Vielfalt bedeutet, dass jedes Kind und jeder Erwachsene einzigartig und verschieden ist. Diese Unterschiede können sich im Alter, im Aussehen, in den Stärken, in der Persönlichkeit, in der kulturellen Herkunft, in der Familienkultur, im Geschlecht, in der finanziellen Situation und in besonderen Unterstützungsbedarfen zeigen. Im BEP wird diese Vielfalt als eine Bereicherung und große Chance angesehen. Jedes Kind ist anders - das ist gut und wichtig. Jedes Kind hat eigene Bedürfnisse und Interessen. Jedes Kind wird angenommen und wertgeschätzt, so wie es ist. Die Fach- und Lehrkräfte unterstützen jedes einzelne Kind. Kinder können voneinander lernen und nehmen dabei Vielfalt als normal wahr.
Beispiel
Wenn Sie abwertendes Verhalten unter Kindern bemerken: Eine feinfühlige Beobachtung und Begleitung sind hier wichtig. Betonen Sie die Wichtigkeit aller Kinder, entdecken Sie gemeinsam die Chancen in den Unterschiedlichkeiten. Kinder brauchen Erwachsene, die sich klar für Gerechtigkeit einsetzen.
Dazu gehört auch, eigene Vorurteile zu hinterfragen. Wenn Unterschiede sein dürfen und wir wertschätzend darüber sprechen, können sich alle in der Gemeinschaft wohlfühlen. Es ist wichtig, dass sich Kinder bewusst mit Vielfalt auseinandersetzen können und dass Erwachsene wie Kinder offen aufeinander zugehen und Vielfalt als etwas Schönes und Wertvolles verstehen.
Weiterlesen
- BEP, S. 45 - 55
- U3-Handreichung, S. 14
- QSV-Handreichung, S. 65 - 77
Videos zum Thema
folgt
BEP-Lupen
Folgende BEP-Lupen könnten für die Auseinandersetzung mit Ko-Konstruktion hilfreich sein. Ko-Konstruktion gehört zu den Grundsätzen und Prinzipien des BEP und spielt bei allen Bildungs- und Erziehungsprozessen eine fundamentale Rolle. Daher bildet die Ko-Konstruktion auch in allen anderen BEP-Lupen, die hier nicht aufgeführt sind, eine der Grundlagen.
Da die Themen und auch damit die Grundsätze und Prinzipien des BEP alle ineinandergreifen, tauchen die BEP-Lupen mehrmals unter verschiedenen Themen auf. Es kommen immer wieder neue BEP-Lupen dazu! Schauen Sie also gerne öfter hier vorbei.
In den Themenbereichen Inklusion/inklusive Haltung und Vielfalt sind jeweils folgende BEP-Lupen enthalten:
- Dokumentation in der Schule – Dokumentation im schulischen Förderunterricht (DAZ) (BEP-Fortbildungslupe)
- Familienkulturen: Bildungspartnerschaft (IFP-BEP-Lupe)
- Familienkulturen: Kinder in ihrer Identität stärken (IFP-BEP-Lupe)
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- Inklusive Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Interaktionsqualität - Lernunterstützung (BEP-Fortbildungslupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Alltagskompetenzen (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Bindung (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Resilienz und Trauma (IFP-BEP-Lupe)
- Mehrsprachigkeit (weiter-)entwickeln (BEP-Fortbildungslupe)
- Mehrsprachigkeit wertschätzen (BEP-Fortbildungslupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Vielfalt leben! Entwicklungsangemessen unterstützen (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
Unter Inklusion/inklusive Haltung und Vielfalt finden sich folgende Unterthemen wieder:
Familienkulturen
- Familienkulturen: Bildungspartnerschaft (IFP-BEP-Lupe)
- Familienkulturen: Kinder in ihrer Identität stärken (IFP-BEP-Lupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Mehrsprachigkeit (weiter-)entwickeln (BEP-Fortbildungslupe)
- Mehrsprachigkeit wertschätzen (BEP-Fortbildungslupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
Interkulturelle Kompetenzen
- Familienkulturen: Bildungspartnerschaft (IFP-BEP-Lupe)
- Familienkulturen: Kinder in ihrer Identität stärken (IFP-BEP-Lupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Mehrsprachigkeit (weiter-)entwickeln (BEP-Fortbildungslupe)
- Mehrsprachigkeit wertschätzen (BEP-Fortbildungslupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
Unterstützungsbedarf
- Dokumentation in der Schule – Dokumentation im schulischen Förderunterricht (DAZ) (BEP-Fortbildungslupe)
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- Inklusive Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Interaktionsqualität - Lernunterstützung (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
vorturteilsbewusste Haltung
- Familienkulturen: Bildungspartnerschaft (IFP-BEP-Lupe)
- Familienkulturen: Kinder in ihrer Identität stärken (IFP-BEP-Lupe)
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- Inklusive Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Resilienz und Trauma (IFP-BEP-Lupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Familienkulturen: Bildungspartnerschaft (IFP-BEP-Lupe)
- Familienkulturen: Kinder in ihrer Identität stärken (IFP-BEP-Lupe)
- Interaktionsqualität - Kinder mit Fluchterfahrung (BEP-Fortbildungslupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Alltagskompetenzen (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Bildungspartnerschaft (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Bindung (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Ko-Konstruktion (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Resilienz und Trauma (IFP-BEP-Lupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
Sie fragen sich, was BEP-Lupen sind? Und welche es gibt?
Informationen zu den BEP-Lupen und viele weitere BEP-Lupen finden Sie hier.
BEP-ABC
Bei den aufgeführten Begriffen wird auch auf den BEP und seine Handreichungen verwiesen. Im BEP greifen jedoch alle Grundsätze und Prinzipien ineinander, daher sind diese Verweise als Beispiele zu verstehen. Im BEP-ABC können Sie alle ausgewählten wichtige Begriffe des BEP und der BEP-Handreichungen nachlesen.
Jedes Kind hat sein eigenes Lern- und Entwicklungstempo sowie seine persönlichen Stärken. Auch das Alter spielt bei der Entwicklung eine Rolle. Entwicklungsangemessene Aufgaben und Hilfestellungen berücksichtigen das Alter und die individuelle Entwicklung des Kindes. Durch unsere Beobachtung und Dokumentation können wir erfahren, wo das individuelle Kind steht und es entwicklungsangemessen unterstützen, sodass es sich weiterentwickeln kann. Dabei setzen wir an den Stärken eines Kindes an. (Siehe auch Scaffolding im BEP-ABC und das Kapitel Bildungs- und Erziehungsprozesse S. 23, BEP, u.a. S. 32).
Das individuelle Kind mit seinen Stärken und seinem eigenen Lern- und Entwicklungstempo steht im Mittelpunkt und nicht die Institution (Krippe, Kita, Schule etc.). Das bedeutet, dass sich die Institutionen an die Kinder anpassen müssen und nicht umgekehrt. Die Institution muss die Bildungs- und Erziehungsprozesse so gestalten, dass jedes einzelne Kind gezielt unterstützt werden kann und jedes einzelne Kind umfassende Chancen erhält, sich selbst und seine Kompetenzen entfalten zu können. (u.a. BEP, S. 12/34)
Indem wir zusammen lernen, d.h. Ideen und Sichtweisen austauschen und die anderer kennenlernen, gemeinsam Lösungswege ausprobieren und uns gegenseitig unterstützen, können wir eine Lernende Gemeinschaft bilden. Dazu gehört auch, dass Fehler gemacht werden dürfen und dass wir mit Fehlern wertschätzend umgehen. Wir lernen aber nicht nur bei konkreten Lerngegenständen voneinander. Wir lernen auch durch unsere Unterschiedlichkeiten voneinander, sei es durch unsere verschiedenen Persönlichkeiten, unseren kulturellen Hintergrund und unsere unterschiedlichen Stärken und auch Schwächen. In der Gruppe und in der Klasse können wir diese Lernende Gemeinschaft stärken. Aber auch im Team und Kollegium sowie mit Eltern können wir gemeinsam für eine Lernende Gemeinschaft sorgen.
Wenn wir den Wert eines anderen Menschen umfassend schätzen, begegnen wir diesem Menschen auf Augenhöhe. Wir erkennen seine Sichtweisen, Gefühle und Bedürfnisse an. Außerdem erkennen wir, dass unsere Unterschiedlichkeit etwas Wertvolles ist und wir alle voneinander und miteinander lernen. Auch wenn wir andere Meinungen oder Empfindungen haben, verurteilen wir nicht. (Siehe auch das Kapitel zum Thema wertschätzende Haltung)